Sonntag, 17. Januar 2016

Rezension: Liebste Tess von Rosamund Lupton

Hallo liebe Lesedetektive,

ich hatte bereits den wunderbaren Schreibstil von Rosamund Lupton in meinem Jahresrückblick 2015 beschrieben. Nun bin ich endlich dazu gekommen, auch ihren Debüt-Roman vorzustellen. 


Viel Spaß beim Schmökern :)

Lesedetektiv-Liebste Tess

Originaltitel: Sister

Verlag: dtv
Seitenzahl: 384
Erscheinung: 2012

Thalia












Inhalt

Unterschiedlicher können zwei Schwestern nicht sein: Bee, Mitte zwanzig, ist eine zielstrebige Karrierefrau, deren Leben bis ins Detail geplant ist, die jüngere Tess studiert Kunst und lebt jeden Tag, als könnte es ihr letzter sein. Als Tess plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist und wenig später mit aufgeschnittenen Pulsadern in einer Toilette im Hyde Park gefunden wird, ist Bee die Einzige, die nicht an Selbstmord glaubt. Sie ist fest entschlossen, herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Und sie beginnt, einen Brief an ihre tote Schwester zu schreiben ...

Meine Meinung

Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Das Mädchen darauf schaut melancholisch und wirkt naiv und kindlich, die Schriftart des Titels aber ist schroff und gibt dem Cover eine gruselige Note. Sehr passend zum Inhalt und sehr einprägsam!

Der Inhalt selbst scheint zunächst noch nicht allzu viel herzumachen. Und die Handlung ist es auch nicht, die den Roman zu einem so einzigartigen Erlebnis macht. Vielmehr ist das dem so wunderschönen Schreibstil Luptons zuzuschreiben.
Rosamund Lupton lässt ihre Protagonistin Bee auf eine einzigartige Art und Weise den tiefen und emotionalen Verlust ihrer Schwester still und beinahe trocken erzählen. In keinem Moment aber zweifelt der Leser dabei an dem engen und innigen Verhältnis der beiden Schwestern. Vielmehr betont die insgesamt ruhige Atmosphäre die Liebe der beiden. Zusätzlich lässt Lupton mit dieser Schritt-für-Schritt Methode dem Leser viel Freiraum für Eigeninterpretationen. 
Besonders fasziniert mich auch Luptons Beschreibung ihrer Charaktere, sowohl Tess und Bee, als auch der Nebencharaktere. Allesamt wirken sie insgesamt so real und menschlich. Das liegt daran, dass keiner von ihnen explizit beschrieben wird, sondern der Fokus eher auf die Handlungen der Charaktere gelegt wird. Diese wiederum werden wieder in Bees kühler, analytischer Art beschrieben, sodass sich dem Leser auch erst nach und nach ein Gesamtbild erschließt und beispielsweise zunächst selbstlose Taten in einem vollkommen anderem Kontext sich auf einmal als egoistisch herausstellen. Damit wirkt alles sehr lebendig und real.

Übrigens lohnt sich der Roman allein schon wegen der Knaller-Auflösung... :)

Fazit

Insgesamt kann ich "Liebste Tess" nur weiterempfehlen. Der Schreibstil macht den Roman zu einem wahrem Leckerbissen, tiefsinnig, realistisch und berührend. Die Geschichte selbst braucht zunächst ein bisschen, entschädigt dann aber jeden Mäkler mit einem bombastischen Schluss. Für alle, die auf der Suche nach einem besonderen Krimi und nicht allzu zart besaitet sind, da stille Trauer eine tragende Rolle spielt.

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5 von 5 Sternen


Übrigens fällt mir gerade auf, dass das hier meine erste Rezension im Jahr 2016 ist... Nun bin ich also auch angekommen :)

Liebe Grüße,
Buchdetektiv

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